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HTPC auf Basis eines Core i3 Prozessors (2)

Als Gehäuse für meinen HTPC entschied ich mich für das Lian Li v351. welches für circa 90 Euro relativ teuer ist, sich jedoch perfekt ins Wohnzimmer integriert. Seitlich besetzt es 2 USB Schnittstellen, 1x Firewire und die üblichen Audio Schnittstellen. Leider wurde auf eSATA verzichtet.

Im Innern werkeln 2 große Lüfter leise vor sich hin. Ich nutze nur einen um mein Gehäuse kühl zu halten.

ASRock ION 330, XBMC MediaCenter und mehr …

Die Ausstattung: Anfang Dezember kaufte ich mir einen 42″ LCD Fernseher, einen Toshiba 42xv635d und hatte so den Grundstein für ein MediaCenter gelegt. Ergänzend dazu musste nun ein Mini-PC her welcher leistungsfähig genug für die Wiedergabe von BlueRays und HDTV (1080p) war. Ein stromsparender Computer mit ATOM-Prozessor wäre ideal, jedoch nicht leistungsfähig genug. Der ASRock ION 330 ist mit Nvidias ION Grafikprozessor ausgestattet, welcher genügend Rechenleistung besitzt um hochauflösendes Filmmaterial ohne Ruckeln abzuspielen. Aufgrund des S/PDIF sowie HDMI Ausgangs und einem durchschnittlichen Stromverbrauch von unter 28 Watt entschied ich mich für das Gerät der Billigmarke von Asus.

Der Computer hat 6 USB-Anschlüsse und keine PS/2 Anschlüsse mehr für Eingabegeräte. Auf den ersten Blick sind diese Ausreichend, können jedoch schnell belegt werden. Ein/Zwei Anschlüsse sollte man direkt für externe Festplatten reservieren, da die interne 320GB Festplatte wohl nicht lange ausreichen wird, denn ein BlueRay rip benötigt bis zu 30 GB, meist skaliert man jedoch auf 5-15GB runter. Trotzdem ein großes Datenvolumen, welches nicht weniger im Laufe der Zeit wird.

Der schicke ASRock ION lässt sich im BIOS so einstellen, dass auch im Betrieb keine Leuchte an ist, somit sieht er noch weniger nach Computer aus, sondern eher als kleine schwarze Box neben SAT-Receiver und DVD-Player.

Optionale Komponenten: Um den WAF (Woman Acceptance Factor) zu erhöhen benutze ich statt einer Tastatur oder Maus eine Fernbedienung MCE Remote Control der Firma Hama, welche recht günstig zu erstehen ist. Der Empfänger wird per USB angeschlossen, also wieder ein Port belegt. Der rote Empänger muss nach vorne gelegt werden. Der PC ist aktuell auch mit Fernbedienung erhältlich, jedoch ist mir nicht bekannt ob diese komplett Linux kompatibel ist, daher meine Wahl zu dieser Kombination. Diese Fernbedienung simuliert auch eine Maus und kann mittels des großen Feldes gesteuert werden.

Die Einrichtung: Als Betriebssystem sollte Ubuntu zum Einsatz kommen und als MediaCenter die XBMC Software, welche direkt die ION GPU unterstützt. Um später kein Benutzernamen und Passwort beim Hochfahren einzugeben sollte man den Auto-Login aktivieren.
Wen der Ubuntu Startsound nervt, kann diesen mit folgendem Befehl deaktivieren.

sudo -u gdm gconftool-2 –set –type bool /desktop/gnome/sound/event_sounds false

Alle Komponenten laufen mit Ubuntu 9.10 “out of the box”. Sogar die wichtigsten Tasten der Hama Fernbedienung funktionieren direkt. Für XBMC gibt es eine große Auswahl an Skins welche man durchprobieren sollte. Letztendlich habe ich mich für Xperience Beta1 entschieden welche trotz seiner frühen Entwicklungsstufe sehr ausgereift wirkt.

Die ersten Musik und DivX Dateien liefen sofort, eine Herausforderung ist HDTV Material. Nach Recherche im Internet konnte ich folgende wichtige Einstellungen zusammentragen.

1.) Im Bios sollte man Video shared memory auf 512 MB erhöhen.

2.) Folgende Kommandos sollte man in der Shell eingeben:

- sudo nvidia-xconfig -s –no-logo –force-generate
- sudo sed -i ’40i\ Option “HWCursor” “False”‘ /etc/X11/xorg.conf
- sudo sed -i ’50i\ Option “DynamicTwinView” “False”‘ /etc/X11/xorg.conf
- sudo alsamixer (alle aktivieren mit m)
- sudo alsactl store 0

Compiz Bildschirmeffekte müssen deaktiviert werden!

3.) In XBMC sollte man als Video-Dekoder “VDPAU” auswählen und “Vertical Blank Sync” auf “immer aktiviert” einstellen.

So nun sollten auch die hochauflösenden Filme keine Probleme mehr machen und eine Wiedergabe mit 24 Hz erfolgen (kontrollierbar mit “o” im Film). Man kann XBMC auf zwei Wege benutzen, im Datei oder Datenbankmodus. Erst im Datenbankmodus macht das MediaCenter richtig Spaß. Wenn man Dateiordner als Quellen hinzugefügt hat man noch den Inhalt festlegen, dabei lässt sich ein Internetdienst für Musik, Serien und Filme auswählen. Nachdem man die Option “Datenbankmodus” bei einem klick auf die “Pfeil nach Links Taste” ausgewählt hat, holt sich XBMC zu den gefundenen Dateien alle notwendigen Informationen aus dem Internet und fügt diese der Datenbank hinzu. Somit lassen sich Filme nach Schauspielern, Jahren und vielem mehr sortieren. Aber das ist noch nicht genug, auch Filmcovers und Filmbeschreibungen werden automatisiert geladen. Ich habe XBMC so konfiguriert das die Ordnernamen als Suchanfrage verwendet werden, hierzu habe ich folgende Ordnerstruktur (Beispielnamen) angelegt.

Bei Serienstaffeln sollte man beachten das man einen Ordner für jede Staffel anlegt und am besten die Datei einer Episode mit s01e11 (für Staffel 01 Episode 11) benennt. Nun aber mal einige Bilder der XBMC Oberfläche mit Xperience Skin.

Die Ansicht der Filme (hier Beispielnamen) lässt sich verändern. Filme und Serien werden getrennt, dies ist sinnvoll da unterschiedliche Datenbanken (Filmseite oder Serienseite) für die Meta-Informationen abgefragt werden sollten.

Auch für Musikdateien lassen sich Meta-Informationen aus dem Internet ziehen und somit eine Umfangreiche Datenbank erhalten.

Nette Spielereien wie eine Wetteranzeige sind auch noch mit dabei.

Die Einstellungen lassen sich leicht über das Menü ändern, eine Maus oder Tastatur sind dank virtueller Tastatur nicht mehr nötig.

Man könnte an dieser Stelle noch hunderte von Screenshots einbinden über die Lesezeichenfunktion, Untertitel und vieles mehr. Auch an Kleinigkeiten wie die Uhrzeit zu der ein Film endet wenn man ihn nun weiter anschaut.
Im Menü lässt sich auch einstellen, das man im Hauptmenü direkt den Computer herunterfahren kann.

Für alle Windows und Mac Benutzer auch was erfreuliches, die MediaCenter Software XBMC ist auch für diese beide Betriebssysteme verfügbar.

Für alle Besitzer eines Android Handys gibt es sogar ein APP für die Steuerung, welche das Webinterface (über XBMC konfigurierbar) anspricht. Das Webinterface an sich ist nicht groß erwähnenswert.

Die Android App jedenfalls macht die Fernbedienung überflüssig und lässt einen das MediaCenter sogar von unterwegs aus steuern.

Es kann auch eine virtuelle Tastatur darstellen.

Eingehende SMS, Anrufe und Benachrichtigungen könnten direkt auf dem Fernseher ausgegeben werden.

Vielleicht hilft Euch ja dieser Artikel etwas weiter wenn Ihr ein MediaCenter aufbauen möchtet.

Update 15.01.2010: Um den Sound via HDMI und spdif zu bekommen, müsst ihr folgende Datei erstellen.

~/.asoundrc

mit dem Inhalt:

pcm.!default {
type plug
slave {
pcm “both”
}
}
pcm.both {
type route
slave {
pcm multi
channels 4
}
ttable.0.0 1.0
ttable.1.1 1.0
ttable.0.2 1.0
ttable.1.3 1.0
}

Im XBMC-Menü müsst Ihr unter Systemsteuerung folgende Punkte auswählen.

Audio Digital
AC3 -> aus
DTS -> an
Audio1 custom -> both
Passthrough custom -> hdmi
Mehrkanal-Audio auf Sterio reduzieren -> an

Nun erfolgt die Ausgabe standardmäßig über HDMI und sdpif. Natürlich sollte man den Ton am Fernseher ausschalten wenn man über eine Soundanlage hört, da sonst ein Hall Effekt entsteht, da meist nicht beide Geräte zu genau der selben Millisekunde den Ton ausgeben.